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Die Geschichte hinter der Geschichte

Die Liste der amerikanischen Orte, die man bereisen muss, wenn man sich mit den handelnden Personen in einem solchen Universum beschäftigen will, ist lang. Und noch länger ist die der Gesprächspartner. Prominente Namen wie: Floyd Landis, Tyler Hamilton, Betsy und Frankie Andreu, David Walsh, Juliet Macur und Hajo Seppelt. Und Fachleute wie Dr. Stanley Teitelbaum, ein New Yorker Psychologe, der seit langem die innere Beschaffenheit von Sportlern analysiert, die so wie Lance Armstrong unter extremem Narzissmus und einem verzerrten Bild von sich selbst leiden.

Armstrong hatte als Hauptäter viele Mittäter und Mitwisser, die so gut wie alle von einer seltsamen Loyalität geprägt waren und – wenn überhaupt – erst sehr spät registrierten, welchen Schaden sie mit ihrem Verhalten anderen Menschen zufügen würden. Die Opfer der Dopingkultur im Sport sind mannigfach. Es handelt sich dabei nicht nur um all die sauberen Athleten, die im Wettkampf den Kürzeren ziehen. Der Kollateralschaden, wozu der Betrug am Publikum gehört, ist beträchtlich.

Der Erscheinungstermin eines Buches, das all das beschreibt, mehr als fünf Jahre nach dem Geständnis ist übrigens einem simplen Umstand geschuldet: Lance Armstrong stand bis 2018 unter dem Damokles-Schwert eines teuren Schadenersatzprozess. Er konnte das Schlimmste – eine Zahlung von fast 100 Millionen Dollar – nur dadurch verhindern, dass er sich mit der amerikanischen Post und dem Justizministerium an ihrer Seite auf einen Vergleich einigte. Der kostete ihn mehrere Millionen Dollar. Erst damit war der Fall von einem träge dahin plätschernden Rechtswesen vollständig abgearbeitet worden. Und erst danach ließ sich ein sauberer Schlussstrich ziehen. Deshalb also erscheint dieses 220 Seiten lange Buch erst jetzt.

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